Verhalten der Haie Shark behaviour 
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Verhalten der Haie

Die Erforschung von Haien ist eine relativ junge Disziplin. Viele Bereiche weisen daher zum Teil noch erhebliche Wissenslücken auf.

 

Lebensweise

Haie sind sehr intelligente Tiere und zeigen ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Die meisten Arten leben hauptsächlich in küstennahen Gewässern, wenige im freien Wasser. Über Tiefseearten ist das Wissen noch sehr begrenzt. Unter den Haien gibt es sowohl Einzelgänger als auch ausgeprägte Schwarmfische. Zu diesen gehören die markanten Hammerhaie (Sphyrna). 

Viele Haie müssen ständig in Bewegung bleiben, um über ihre Kiemen genügend Sauerstoff aufzunehmen. Andere Arten wie Weißspitzen-Riffhaie (Triaenodon obesus) oder Leopardenhaie (Triakis semifasciata) können sich auch am Grund „ausruhen".

 

Ernährung

Alle Haie gehören zu den Karnivoren, also Fleischfressern. Die meisten Arten ernähren sich von Fischen, Krebsen, Weichtieren und Robben. Die größten Haie wie der Riesenmaulhai (Megachasma pelagios) und der Walhai (Rhincodon typus) ernähren sich ausschließlich von tierischem Plankton. Menschen gehören definitiv nicht zum Beuteschema von Haien.
Haie verschlingen nicht wahllos jegliche Beute. Hat ein Hai ein Tier entdeckt, das seiner bevorzugten Beute ähnelt, erfolgt zunächst ein so genannter Probebiss. Über den sehr gut entwickelten Geschmackssinn entscheidet der Hai daraufhin, ob die Beute essbar ist. Der Probebiss dient, vor allem bei weißen Haien, zudem dazu, die Beute zu schwächen.

 

Fortpflanzung

Über die Fortpflanzung von Haien ist noch wenig bekannt. Haie werden relativ spät geschlechtsreif und produzieren wenig Nachkommen. Die geringe Fortpflanzungsrate in Verbindung mit der Jagd auf die Tiere führt zu einem starken Rückgang vieler Haipopulationen. 
Bei allen Arten kommt es zu einer inneren Befruchtung der Weibchen durch die Männchen. Ein Großteil der Haie bringt lebende Junge zur Welt, die vorher im Weibchen aus ihren Eihüllen schlüpfen (ovovivipar). Die Tragzeit beträgt je nach Art zwischen einen halben Jahr und knapp zwei Jahren. Bei anderen Arten reifen die Jungen in der Gebärmutter heran und kommen ebenfalls lebend zur Welt (vivipar). Etwa 30 Prozent der Haie legen Eier (ovipar). Hierzu verankern die Weibchen meist wenige, stabile Eihüllen an Pflanzen oder anderen Objekten, um ein Wegschwemmen zu verhindern.